Arthrosebehandlung mit Fettstammzellen

Am 07.02.2017 habe ich weltweit erstmals mit dem Q-graft® Verfahren hochkonzentrierte regenerative Zellen aus dem Fettgewebe gewonnen und diese dann erfolgreich in Kniegelenke verabreicht.

Da wir weltweit die erste Klinik waren, welche mit der SVF-Therapie der Großgelenke 2017 begonnen hat, haben wir folglich extrem viel Erfahrung mit dem Verfahren. Zwischenzeitlich konnten wir das Verfahren aufgrund der zahlreichen Behandlungen perfektionieren. Einzigartig ist zudem, dass bei uns die Therapie multimodal erfolgt.

Wichtig: Mit dem Q-graft®-Verfahren ist es erstmals möglich hochkonzentrierte regenerative Zellen (u.a. Fettstammzellen, SVF) zu gewinnen. Dieses Verfahren unterscheidet sich ausdrücklich von den einfachen Methoden, bei denen lediglich „normales“ Fett gespritzt wird. Bei unserem Verfahren weisen wir zwecks Qualitätskontrolle auch die Anzahl der transplantierten Fettstammzellen nach, was ebenfalls einzigartig ist.

Regenerative Zellen im Eigenfett

Die Stammzelle ist unsere „intelligenteste Zelle“, die eigene „Körperintelligenz“. Sie ist, je nach Lokalisation, zuständig um z.B. blutbildende Zellen im Knochenmark zu bilden, oder sie erschafft neue Nerven- oder Leberzellen.

Im Fettgewebe bilden die Fettstammzellen vereinfacht gesagt, neues „Fett“. Aber nicht nur das: in Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass diese Programmierung der Fettstammzelle scheinbar durch gewisse äußere Reize und Umstände verändert werden kann. Als sogenannte multipotente Zelle, trägt sie grundsätzlich die „allumfassende“ Information in sich, sich theoretisch in jede Körperzelle zu verwandeln. So scheint sie sich auch zu Knorpelzellen verwandeln zu können, dem essentiellen Baustoff im  Gelenk.

Gelenkverschleiß, Arthrose, Schmerz

Denn ist der Knorpel erst einmal verbraucht und das Gelenk verschlissen, reibt Knochen auf Knochen. Es entsteht der Arthrose-Schmerz. Im Übertragenen Sinne die Situation, „in der die Autofelge auf Asphalt läuft, also das Gummi verbraucht ist“.

Überall wo Knorpel Gelenkflächen bedeckt und für konsequente Druckentlastung und -übertragung verantwortlich ist, kommt es mit der Zeit zu Verschleißerscheinungen.

Die Arthrose finden wir gehäuft in den kleinen und großen Körpergelenken, wie den Finger- und Handgelenken, Fuß-, Knie-, Hüft- und Schultergelenken.

Die Lösung tragen wir vielleicht alle in uns

Vielleicht  mit den sogenannten Fettstammzellen. Es konnte bereits gezeigt werden, wie diese Zellen neuen Knorpel bilden können. Wir haben bereits vielmals Eigenfett mit den regenerativen Zellen in arthrotische (verschlissene) Gelenke injiziert, mit vielversprechenden Ergebnissen: eine Vielzahl der Patienten berichtet über einen Schmerzabfall mit deutlicher Linderung der Beschwerden.

Und nicht nur bei Arthrose kann geholfen werden. Auch bei chronischen Wunden, alten und frischen Nervenverletzungen, Ansatztendinopathien, Tennisarm, Golferarm oder der Achillodynie und noch vielem mehr, scheint die Therapie mit diesen regenerativen Zellen oft zielführend zu sein. Welche konkreten Mechanismen durch die transplantierten, Zellen  positiv verändert werden ist zum jetzigen Zeitpunkt noch Bestandteil der Forschung. Die Stammzellen scheinen Reparationsvorgänge in Gang setzen und antientzündlich wirken zu können. Die positiven Erfahrungen einer Vielzahl behandelter Patienten zeigt ihr helfendes Potential.

Da wir bereits vielen Patienten durch die Injektion ihrer regenerativen Zellen helfen konnten, ist dieses Verfahren für mich mittlerweile eine grundlegende Säule des Therapiekonzeptes. Die Entnahme der Zellen findet in sogenannter Lokalanästhesie und ambulant statt, sodass in einem einzigen Durchgang die Entnahme und Transplantation in die zu behandelnde Region stattfindet – schmerzlos und binnen eines Eingriffes, in der Regel zwischen 30-180 Minuten in der Gesamtheit (je nach Verfahren). Der „Eingriff“ erfolgt risikoarm, da es sich um kein Medikament, sondern um körpereigene regenerative Zellen handelt – die Lösung des Problems liegt also in uns selbst.

Finger-, Schulter-, Hüft- und Kniegelenksarthrose

Bisweilen therapiere ich die Arthrose der kleinen Hand- und Fußgelenke mit der Fettstammzelle. Seit Anfang 2017 behandele ich auch die großen Gelenke wie Knie-, Hüft- und Schultergelenke mit den Fettstammzellen (SVF).

Ziel ist es, eine große Operation, wie z.B. ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk, so weit wie möglich hinauszuzögern oder gar zu vermeiden. Die Kombination aus verschiedenen konservativen und minimalinvasiven Methoden wie das Einbringen der regenerativen Zellen in Kombination mit Physiotherapie, manueller Therapie, Ernährungsumstellung etc., kann meiner Überzeugung nach im Rahmen dieser „multiomodalen Therapie“ ggf. große Folgeoperationen verzögern oder gar vermeiden.

Q-graft® ist nicht gleich Q-graft®

Ich habe das Verfahren weltweit erstmals in der Klinik 2017 zur Anwendung gebracht und konnte über die Zeit das Verfahren durch zahlreiche Behandlungen perfektionieren.

Wichtig sollte für Sie sein, einen erfahrenen Chirurgen zu suchen, der das Q-graft-Verfahren beherrscht und über den sog. „Tellerrand“ gucken kann. Es ist nicht nur wichtig das Verfahren per se anbieten zu können, viele Details beim Gewinnen der Fettstammzellen müssen beachtet werden. Hier konnten wir über die Zeit ein „eigenes Verfahren“ kreieren, „Erfahrungen“ einbringen und kleine essentielle „Modifikationen“ in der Zellgewinnung umsetzen, quasi „eigenes Salz in die Suppe geben“. Wir können durch dieses „eigene Rezept“ nachweislich höhere Zellzahlen gewinnen und insgesamt bessere Ergebnisse für den Patienten erzielen.

Neue Therapie bei Alopezie u.a.

Vor einigen Monaten konnten wir erstmals die SVF- Fraktion (Fettstammzellen, etc.) bei altersbedingtem (hormonell bedingtem) Haarausfall in die haarlosen Kopfhautareale einbringen. Bereits 2. Monate später zeigen sich erstaunliche Veränderungen: das Grau verschwindet an den vorhandenen Haaren, neue Haare wachsen und zeigen ein dichteres Netzwerk, die Haarbeschaffenheit ist deutlich stabiler.

Im September 2018 werden wir im Rahmen eines Heilversuches erstmals die konzentrierten Fettstammzellen direkt intravenös Rückführen, um damit einen bisher nicht therapiefähigen M. Bechterew zu behandeln. Im weiteren stehen Heilversuche an, bei denen wir z.B. eine bisher nicht therapiefähige Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) zu behandeln versuchen.